DIE SECESSION

Die Formensprache der Secession unterscheidet sich gänzlich von jenen Gebäuden – auch Ausstellungsgebäuden – die bis zu diesem Zeitpunkt errichtet worden waren. Aus diesem Grunde waren die Reaktionen der Wiener Bevölkerung auf den neuen Stil zweigeteilt. Da gab es jene, vorwiegend aus den kunstinteressierten, bildungsbürgerlichen Schichten stammend, die in der Secession das sahen, was sie war: Ein Gebäude für die Kunst, das in seiner Gestaltung zwar gefällig ornamentiert ist, aber dennoch auf das Wesentliche zurückgreift, um nicht überladen zu wirken. Da gab es aber auch andere, die mit der neuen Architektur nichts anzufangen wussten und nach der Eröffnung ratlos bis entsetzt davor standen.

Die verschieden großen, aufeinandergesetzten Kuben, werden durch eine große vergoldete Kuppel bekrönt, welche die Laubkrone eines überdimensionierten Lorbeerbaumes darstellen soll. Wie zur Mahnung an alle Kritiker der Kunst steht noch immer über der Eingangstüre die Inschrift: „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“. Im Innenraum ist das 1902 von Gustav Klimt gemalte Beethovenfries zu sehen, das eines der Hauptwerke des Jugendstil in Österreich darstellt.

Der Secessionsstil war nur von kurzer Dauer, da er schon nach wenigen Jahren vom noch schnörkelloseren Stil der Wiener Werkstätten abgelöst wurde, der die Formen aller Dinge noch mehr auf Sachlichkeit und die Erfüllung ihres eigentlichen Zweckes zu reduzieren versuchte.

Das Gebäude der Secession ist bis heute seinem ursprünglichen Zwecke treu geblieben, sodass nach wie vor darin Einzel- und Themenausstellungen der Gegenwartskunst präsentiert werden. Zudem runden Vorträge und Diskussionen zu kunst-, kultur- und gesellschaftsrelevanten Themen das Angebot ab und reihen sich damit in die ursprüngliche Tradition der Künstler um die Jahrhundertwende ein.

TIPPS:

“Secession – die Architektur”

“Wiener Jugendstil- gehen, Sehen & Genießen. 5 Routen – von Hoffmann bis Wagner, von der Postsparkasse bis zur Secession (City-Walks)”

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