DAS WIENFLUSS-PORTAL

Vom Stadtpark hinter dem wunderschönen von Otto Wagner geplanten Stadtbahn- – heute U-Bahn-Abgang hat der Besucher einen Blick auf das ebenfalls im Jugendstil erbaute Wienflussportal.  Der Entwurf stammt vom Architekten Friedrich Ohmann, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Stadtregierung Wiens jene Stelle baulich planen sollte, an der der bis dorthin unterirdisch geleitete Wienfluss wieder ans Tageslicht tritt.

Die ursprüngliche Idee des Architekten sah überlebensgroße wasserspeiende Elefanten sowie einen Schleierwasserfall vor dem Flussaustrittsportal vor. Dieser Entwurf wurde jedoch aus Kostengründen nicht angenommen und somit auch nicht realisiert. Der schließlich umgesetzte Plan war weitaus dezenter mit Froschköpfen, einer Brunnenanlage sowie sechs türkis glasierten großen Keramikvasen in Mauernischen. Zwei Pavillons begrenzen das Portal an den Seiten und schließen das Konstrukt damit auf Parkebene optisch ab. Denn der Wienfluss fließt in einem besonders tiefgelegenem betonierten Bett, um den Hochwasserschutz für die umliegenden Stadtteile zu gewährleisten und um sich dem Zuflussniveau in den Donaukanal anzunähern.

Die Wienflussregulierung wurde Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen, um die angrenzenden städtischen Bereiche besser vor Hochwasser zu schützen. Bis dahin war der Fluss durch Wehre ein wenig unter Kontrolle gebracht worden, die von eigens dort angesiedelten Wächtern ganzjährig kontrolliert wurden. Stieg der Wasserpegel an, was nach Starkregen und zur Zeit der Schneeschmelze durch die zahlreichen Zuflüsse vor Wien schnell vonstatten gehen konnte, konnten sie die Anrainer entsprechend vorwarnen.

 

Infos und Bilder über den Wienfluss:

Holzapfel, Josef (2015): DIE WIEN: VOM KAISERBRÜNNDL BIS ZUR DONAU

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